Klassenfahrt zur KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 15.11.2021 machten sich die 10. Klassen der Staatlichen Realschule Weilheim mit mulmigem
Gefühl auf den Weg zur KZ-Gedenkstätte Dachau, rund 20 Kilometer nördlich von München.
Nach einem kurzen Fußmarsch vom Busparkplatz in Dachau erreichten wir den Haupteingang des
Besucherzentrums. Dort begrüßte uns eine Mitarbeiterin der Gedenkstätte und berichtete aus der
Vorgeschichte des ehemaligen Häftlingsgeländes des Konzentrationslagers Dachau. Zwischen 1933
– 1945 sind insgesamt 200.000 Häftlinge durch das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“
gegangen; davon etwa 41.500 im Lager zu Tode gekommen, die der Nazi-Regierung unerwünscht
waren, also keine Straftäter im eigentlichen Sinn. Als Teil der Einführung erhielten wir einen
Überblick über den Ablauf unseres Besuches und begaben uns dann zum Appellplatz.
Auf dem zentralen Platz des Gefangenenlagers, auf dem morgens und abends die Häftlinge zum
Abzählen (Appell) anzutreten hatten, wurden wir über die Ziele des Lagers unterrichtet. Es war die
erste Einrichtung deutschlandweit mit Vorbildfunktion für andere Arbeits- und Vernichtungslager.
Außerdem wurde der Betrieb des KZs durch die SS geleitet, welche eine eigenständige
Organisation mit dem Auftrag war, die Ermordung der jüdischen Bevölkerung und andere
Völkermorde zu planen und durchzuführen. Wir erhielten Informationen über die Einteilung der
Gefangenen in Arbeitskommandos und die jeweiligen Strafarbeiten, die z. B. Straßenbau,
Handwerks- und Steinbrucharbeiten waren. Zudem teilte man uns mit, dass an den Häftlingen ohne
deren Wissen und Einwilligung medizinische Experimente durchgeführt wurden und dass kranke
und körperlich entkräftete Häftlinge zuerst aus Täuschung in den Invalidenblock verlegt wurden,
um sie dann zu töten. Nun besichtigten wir eines der Barackengebäude, das zunächst für anfänglich
ca. 50 Personen gedacht war und später dann tatsächlich 200 – 300 Häftlinge enthielt. Das gesamte
Gebäude hatte acht Fenster und nur einen Schlaf- und Aufenthaltsraum. Auf Bildern und Stationen,
die in den jeweiligen Räumen aushingen, erkannte man beispielsweise Strohsäcke als Matratzen.
Außerdem wurden die brutalen Strafen bei ungepflegtem Schlafraum aufgelistet. Das
Häftlingsgelände war umgeben von mehreren Wachtürmen, einem elektrisch geladenen
Stacheldrahtzaun mit Graben und dahinter einer Mauer, die als Sichtschutz von außen diente. Von
den etwa zehn Wachtürmen entlang des Zauns schossen SS-Mannschaften damals ohne
Vorwarnung, sobald sich jemand dem Zaun näherte. Außerdem erhielten wir Informationen über die
Lagerung von Leichen in speziellen Räumen/Kellern, die Einäscherung verstorbener Häftlinge.
Bilder und Stationen im Krematorium berichteten auch über Massengräber (Leichenberge)
außerhalb des Lagers aus einer Zeit, als die Einäscherung durch Verbrennungsöfen innerhalb des
Lagers nicht mehr ausreichte.
Die Führung durch das Häftlingsgelände endete damit, dass wir im Museum nochmals alle
Informationen zu den Häftlingen und deren Tagesablauf sowie den Kriegsverlauf und die
Veränderungen des KZ-Systems und vieles weitere vertiefen konnten.
Froh, diesen düsteren Ort wieder verlassen zu dürfen, machten wir uns nachmittags wieder auf den
Heimweg. Das mulmige Gefühl aber blieb.