Zusammen ist man nicht allein

„Zusammen-Eins“-Bändchen

Die Realschule Weilheim setzte ein Zeichen von Nähe in Zeiten der Distanz und schenkte mit Unterstützung des Fördervereins der ganzen Schulfamilie selbstdesignte Bändchen mit dem Aufdruck „Zusammen Eins“. Zum Glück ist Schule nicht nur ein Ort des Lernens von Fachwissen. Schule ist ein Ort der Begegnung. Geradef ür junge Menschen ist das Zusammentreffen mit verschiedenen Menschen wichtig, um Gleichgesinnte zutreffen und auch um sich an den Meinungen anderer zu reiben. Doch in Zeiten von Abstand und Maske lautet das oberste Gebot „Distanz“. Die einen Klassen sind in Quarantäne, die anderen im Wechselunterricht, wieder andere im Distanzunterricht. Routine, Vertrautheit und Alltag? Fehlanzeige. Als sich vergangene Woche im Pausenhof im Rahmen des Riesen-Adventskalenders ein neues Fenster öffnete, sprach eine Schülerin via Mikrofon für die meisten Schüler auf dem Pausenhof: „Ich fühle mich allein. DieseCorona-Zeit macht die Menschen einsam. Man kann keine Freunde mehr treffen. Man kann an Weihnachten nicht seine ganze Familie sehen. Man kann in seiner Freizeit nicht das tun, was man möchte und nicht treffen,wen man möchte“. „Nein, du bist nicht allein hier, du bist mit allen hier. Nirgendwo sonst kann man im Moment so viele Freunde sehen. Wir sind hier alle vereint und stehen das zusammen durch“, erwidert eine Mitschülerin. Nach der Pause verteilte die evangelische Religionsgruppe Armbänder an alle Schüler, Lehrer und Mitarbeiter. Gemeinsam mit ihrem Religionslehrer Herrn Maximilian Gebhard haben sie die Bändchen gestaltet, bei einem Festival-Anbieter bestellt, mit Hilfe des Fördervereins finanziert und das dazugehörige Kalendertürchen geplant. Die Bänder sind in Regenbogen-Farben gehalten, mit dem Logo der Realschule, einer Hand, in schwarz und weiß. Sie sollen zeigen, dass jeder ungeachtet seiner Herkunft, seiner Meinung, seines Aussehens ein Teil desselben Teams ist. Gemeinsam können wir uns über das ständige Neuanpassen ärgern, gemeinsam können wir traurig sein, gemeinsam können wir lachen, gemeinsam können wir uns helfen, gemeinsam sind wir stark. Gemeinsam haben wir es in der Hand, die Welt schon jetzt wieder bunter und lebenswerter zu machen. Am Ende der Pause ertönte laut das Lied „Zusammen“ von den Fantastischen Vier und erinnerte die Schulfamilie an das selbstproduzierte Musikvideo, das im vergangenen Jahr ein Geschenk an alle Schüler*Innen war und welches noch immer gerne auf der Schulwebseite angeschaut wird. Vereinzelt tanzten und sprangen Schüler dazu vergnügt im Pausenhof. Das Motiv zog sich durch den ganzen XXL-Adventskalender. An einem Tag hisste die Ethik-Gruppe unter der Leitung von Frau Carola Windt „LGBTQ“-Flaggen sowie die Zeichen aller Weltreligionen und verlas dabei Abschnitte aus dem Grundgesetz. An einem anderen Tag sangen Schüler*innen gemeinsam, aber verteilt auf mehrere Fenster, Leonhard Cohens „Halleluja“. Am letzten Schultag schloss der Adventskalender im Home-schooling mit einem gemeinsamen Video. Jeden Tag zeigen die Schüler erneut, dass Kreativität und Zuversicht stärker sind als Sorgen und Ängste. Unsere Gemeinschaft kann uns auch ein Virus nicht nehmen. Sie ist ein Bund, der räumliche Grenzen überwin-det. Wir sind unzertrennbar. Wir sind unverkennbar. Wir sind zusammen groß. Wir sind zusammen eins.